www.Crossover-agm.de MANITOU: Deadlock
von tk

MANITOU: Deadlock   (Metal Heaven)

Die Finnen MANITOU machen es dem Heavy Metal-Fan wirklich nicht einfach. Einerseits glänzt man mit bretthartem Powermetal, progressiv verschachtelten Songstrukturen und Frickelarien, andererseits schweift man in fast schon seichte Melodic Rock-Gefilde ab oder offeriert gar fürchterliches Kirmesgedudel a la SONATA ARCTICA, wobei letzterer Anteil Gott-sei-Dank nur niedrig frequentiert auftritt. Die 1997 in Karhula (übrigens ein Vorort der finnischen Weltstadt Kotka ;-)) gegründete Band hatte sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, traditionellen Metal der Marke MAIDEN, PRIEST und ANNIHILATOR mit progressiven Anleihen zu mischen, was ja durchaus nichts Schlechtes bedeutet, in der Umsetzung aber noch etwas hüftsteif wirkt. Der Opener "And The Silence Bites" ist ein flotter riffbetonter Banger, der mit instrumentellen Finessen en masse aufwarten kann und die herausragenden Fähigkeiten der Musiker bestens ins Licht rückt. Sänger Markku Pihlaja setzt sein raues und kraftvolles Organ stets songdienlich ein, allerdings benötigt er für einen Metalshouter einfach mehr Stimmvolumen, so dass er eher dem Melodic-Rock-Genre zugeordnet werden muss. "Fools In Control" ist in seiner Grundausrichtung modern und experimentell gehalten und erinnert an die leider nicht mehr existierenden Amis BLACK SYMPHONY. "The State Of Mind" klingt auch tatsächlich nach gleichnamigem Titel der holländischen Prog-Metaller ELEGY, ansonsten lassen sich auch dezente QUEENSRYCHE-Einflüsse heraushören, die zu einem imposanten, aber auch anstrengenden Melodic-Prog-Metal-Cocktail verrührt werden. "Psychoracer" ist wiederum von einem fetten Grundriff und einem leidenschaftlichen Solo geprägt, wobei der seichte Chorus und die verträumte Akustik-Blues-Einlage dem Song zu massiv den Wind aus den Segeln nehmen. Der etwas langatmige Schlußtrack "Black Meadow" hätte durchaus etwas mehr Dampf verdient, so dominieren eher die seichten Prog-Metal-Töne, die schön anzuhören sind, aber ebenso eine unspektakuläre Wirkung erzielen. MANITOU komponieren und musizieren freilich auf einem recht hohen Niveau, sollten aber aufpassen, dass ihnen beim wilden Experimentieren und Mixen verschiedener stilistischer Ausrichtungen der rote Faden beim Songwriting nicht verloren geht.
Kontakt: www.manitouband.com, www.metalheaven.net

Tracklist:
1. And The Silence Bites
2. Fools In Control
3. Waste, Damnation
4. The State Of Mind
5. Black Burning Flame
6. Swallowing The Dark
7. Psychoracer
8. Lead A Wild Ride
9. By The Waves Of Stars
10. Black Meadow (Menace Of War)
11. The Black Meadow



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