www.Crossover-agm.de GAMMA RAY: No World Order!
von mst

GAMMA RAY: No World Order!   (Noise/SPV)

Hiermit gestehe ich gleich zu Beginn, dass es mir schwergefallen, eine Gamma Ray-Kritik mit dem nötigen Abstand zu schreiben, da die Combo zu meinen absoluten Favoriten zählt. Meiner bescheidenen Meinung nach gibt es kaum eine Band, die es versteht Bombast, Melodie und Power so genial zu verbinden und mit einem gewaltigen Wiedererkennungswert zu versehen. Da sich die letzten beiden Alben jedoch schon ziemlich stark ähnelten, ging ich doch etwas abwartend an "No World Order!" heran. Doch hiermit wird offiziell Entwarnung gegeben und die Scheiblette zum heißesten Anwärter meiner ganz persönlichen "CD des Jahres" gekürt. Der altbekannte Satz "Wo Gamma Ray draufsteht, ist auch Kai Hansen drin" wird der Band auch nicht mehr gerecht, denn "No World Order!" ist eine richtige Teamleistung geworden. Trotz des großen Anteils an Hansen-Kompositionen stammen die absoluten Highlights diesmal aus der Feder von Henjo Richter und Daniel Zimmermann. (Das war auf "Powerplant" aber auch schon so ... Anm. rls) Das von Kai stammende Intro "Induction" ist ein fabelhafter Einstieg und steigert die Spannung ins Unerträgliche. Die daraus resultierende Erwartungshaltung könnten nur ganz, ganz wenige Songs erfüllen, aber "Dethrone Tyranny" setzt sogar noch einen drauf und markiert für mich zusammen mit dem harten Stampfer "Damn The Machine" den Höhepunkt des Silberlings. Beide Tracks hat Schlagzeuger Daniel verbrochen, der damit wirklich zwei songwriterische Juwelen geschaffen hat und gleichzeitig die zwei Seiten von "No World Order!" aufzeigt. Zum einen hätten wir typische Gamma Ray-Bombasthymnen wie eben "Dethrone Tyranny", den ultimativen "I Want Out"- und "Send Me A Sign"- Nachfolger "Heaven Or Hell" und das wunderschöne, etwas in der "Land Of The Free"-Tradition stehende "Lake Of Tears". Sehr gut, aber keine wirklichen Überraschungen. Dem gegenüber stehen jedoch einige Titel, die zuerst etwas simpler und vielleicht auch härter klingen, sich aber ebenfalls sofort im Gehörgang festbeißen. Hier wurde der Bombastanteil bedeutend zurückgeschraubt und die Teile räumen einfach nur ab. "Heart Of The Unicorn" zum Beispiel, bei dem Kai die Vergleiche mit dem selbsternannten Metal-Gott und der fehlenden Glaubwürdigkeit in persona Rob Halford nicht zu scheuen braucht. Ebenso das begeisternde Titelstück, bei dessen Refrain meine Nackenwirbel verdächtig zu knacken beginnen. Aber egal, bei diesen Nummern weiß man auf alle Fälle warum man Metal-Fan ist. Für alle Anhänger des Power Metals ist hier ein absoluter Pflichtkauf angesagt. Lasst Euch diesen Meilenstein nicht entgehen, sonst wird Eure CD-Sammlung niemals vollständig sein! Eigentlich müssten Gamma Ray in den Musikunterricht jeder Schule aufgenommen werden, damit wirklich jeder mit der Band konfrontiert wird. Und sollte endlich mal `ne neue deutsche Nationalhymne geschrieben werden, wüsste ich schon, für welche Band wir eine Unterschriftenaktion starten sollten, damit sie den Zuschlag als Komponist erhält. (Acoustic Torment??? :-) Anm. rls)
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