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von ta

MARTRÖđ: Transmutation Of Wounds   (Fallen Empire Records/Terratur Possessions)

Ich stehe nicht auf Namedropping, aber hier läuft einem wirklich das Wasser im Mund zusammen. Martrö­ sind ein Inzest der internationalen Orthodox-Elite, mit einem Line-Up, in dem sich Mitglieder von Mis■yrming, Wormlust, Aosoth, Skáphe und Acherontas tummeln. Das ist derart erlesen, dass die Wahl nur zwischen Offenbarung oder Enttäuschung liegen kann.
Aber mal ohne Vorverurteilung: Den Kampf darum, wessen Einfluss auf diesem Mini-Album von 16 Minuten Länge am spürbarsten ist, gewinnen Aosoth. Nicht nur die charakteristische Stimme von MkM, auch das Riffing und die Produktion erinnern an die Franzosen bzw. mehr noch an deren Ableger VI. Das aber nur als Groborientierung. Denn Martrö­ sind nochmal eine Spur chaotischer, addieren jede Menge Dissonanz und Rhythmuswechsel dazu. Die ersten Minuten von "Draumlei­sla" sind jedenfalls die reine Apokalypse.
Obendrauf kommen die einen ganz eigenen Film fahrenden Keyboardflächen, die natürlich - Entschuldigung für den nächsten Querverweis - an Wormlust erinnern. An deren Feeling dockt "Transmutation Of Wounds" ebenfalls an, insbesondere im zweiten der beiden Stücke, dem langsamen "Draumleysa", das beinah schön zu nennende Melodien aufweist und unverschämt versöhnlich endet. Das ist nicht das, was ich bei diesen Protagonisten erwartet hätte.
"Transmutation Of Wounds" ist als eigenständiges Opus atmosphärisch noch zu uneindeutig, als Appetizer auf ein komplettes Album seines Kontrastreichtums wegen aber hervorragend geeignet. Und damit weder die erhoffte Offenbarung noch die befürchtete Enttäuschung, sondern irgendwas dazwischen.
Kontakt: https://www.facebook.com/Martrodband, http://terraturpossessions.com

Tracklist:
1. Draumlei­sla
2. Draumleysa
 




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