www.Crossover-agm.de SKYCLAD: Another Fine Mess
von Janet

SKYCLAD: Another Fine Mess   (Demolition Records)

Na das wurde aber auch mal Zeit. SKYCLAD, die irgendwie immer mehr eine Live- als eine Studioband waren, bringen mehr als 10 Jahre nach ihrer Gründung ihr erstes Livealbum heraus. Aber halt so ganz stimmt das nicht. Veröffentlicht wurden auf "Another Fine Mess" 8 Live-Tracks von ihrem 1995er Dynamo-Auftritt und 4 akustische Studio-Neuaufnahmen von solchen Publikumslieblingen wie "Spinning Jenny". Diese Akustikstücke waren damals die Vorbereitung auf die Acoustic-Tour durch Irish Pubs in ganz Europa erinnert Ihr Euch? Ja, auch das war Mitte der Neunziger. 1995 war auch in personeller Hinsicht ein bedeutendes Jahr für SKYCLAD: Georgina Biddle ersetzte Cath Howell an der Violine und dem Keyboard, Drummer und Gitarrist verließen nach dem Dynamo-Gig die Band, das Label wechselte. Danach wurden SKYCLAD irgendwie anders mit der 1996er Scheibe "Oui Avant-garde à Chance" (immer wieder ein geniales Wortspiel, der Titel) verschwanden einige metallische Härtegrade, was sich bis in die Gegenwart hielt und auf der brandneuen Scheibe, wie man munkelt, noch fortsetzt. Ist "Another Fine Mess" also der Abschied von den harten und die Überleitung zu den sanften Tönen? Warum, zum Kuckuck, erscheint die CD dann aber erst 6 Jahre später? Das hat doch nicht etwa mit Martin Walkyiers Ausstieg zu tun? Man wird dabei schon etwas nachdenklich, zumal auch das Label nun ein neues ist ein britisches, wohlgemerkt, wo bisher die deutschen die Hand drauf hatten. Aber am Ende ist es auch egal, was für Beweggründe wer auch immer hatte, diese Scheibe zu veröffentlichen ob nun 1995 oder 2001, wert ist sie es allemal. Mal wieder fehlen zwar Liner Notes (was die Vermutung unterstützt, die Band selber habe mit dem Release nicht viel zu tun), und die Presseinfo deckt sich Wort für Wort mit dem Text im Booklet. Aber die Musik weckt Gefühle. Die erfrischend rockigen Live-Stücke lassen einen die Tanzbeine schwingen, sich an ältere SKYCLAD-Tage erinnern und mit 8000 Fans vor der Dynamo-Bühne feiern. Nach den 4 düsterromantischen Akustikversionen steht mir eine Träne im Auge. Ob das nun von der Melancholie der Musik kommt oder davon, dass ich zwar SKYCLAD mit Kevin Ridley als Frontmann von Herzen alles Gute wünsche, aber nicht glaube, dass man einen Sympathikus wie Martin Walkyier ersetzen kann, vermag ich nicht zu beurteilen.



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